Ist das Geld auf dem Konto noch sicher? Seit der Bankenkrise im März sorgen sich Sparer um ihr Geld. Es gilt zwar die Einlagensicherung, doch Profis lassen ihr Geld nicht blind auf dem Konto liegen, sondern setzen auf Geldmarktfonds

Es ist Freitagabend, der 10. März, und die Bankenkrise nimmt ihren Lauf: Am Vorabend hatten sich bereits die Schlagzeilen rund um die Probleme der Silicon Valley Bank (SVB) gehäuft. Wir haben deswegen sogar ausnahmsweise das aktuelle Briefing am Freitagabend um 18 Uhr auf YouTube veröffentlicht statt wie gewohnt am Samstagmorgen, um die Community über die Krise der US-Bank aufzuklären. Aber die Ereignisse überschlagen sich und schnell zeichnet sich ein klares Bild ab: SVB schlittert in die Insolvenz!

Dieser Freitag sollte das Banken-System und besonders die Regionalbanken zum Beben bringen! Die Panik ist mittlerweile verflogen, aber Zweifel bleiben. Und seit diesem Freitag im März stellen sich viele Sparer eine Frage: Ist mein Geld auf dem Konto noch sicher?

Nun soll die Bankenkrise nicht Thema dieses Artikels sein, sondern vielmehr ein verstecktes Risiko, das Anleger generell auf dem Schirm haben sollten. Aber der Reihe nach: Panik ist nämlich nicht angesagt, selbst wenn eine Bank ins Wanken kommt. Denn es gibt eine Einlagensicherung. In der EU beträgt diese 100.000 Euro oder das Äquivalent in anderen nationalen Währungen pro Bank-Kunde-Kombination. In den USA beläuft sich die entsprechende staatliche Einlagensicherungsgrenze auf 250.000 Dollar. Im Fall einer Pleite können Bankkunden also damit rechnen, dass ihre Gelder geschützt sind und sie keinen Cent verlieren. Aber was wäre, wenn jeder Cent, der den Betrag von 100.000 Euro übersteigt, im Notfall gar nicht so sicher ist, wie viele denken?

Denn die Logik erscheint auf den ersten Blick für viele klar: Wenn ich mehr als 100.000 Euro besitze, dann verteile ich das Geld einfach auf sehr viele verschiedene Konten und überschreite nie die magische Grenze für die Einlagensicherung. Das ist aber zum einen etwas anstrengend, denn bei einem Vermögen von 2 Millionen Euro bräuchte ich dann schon mindestens 20 Konten. Und zum anderen hat mich der Vermögensverwalter und bekannte Finanzexperte Dr. Gerd Kommer auf ein Risiko jenseits der Grenze von 100.000 Euro hingewiesen. In diesem Video auf dem YouTube-Kanal von Mario Lochner kannst Du dir die Befürchtung von Kommer genauer erklären lassen.

Aber machen wir es kurz: Kommer gibt zu bedenken, dass eine freiwillige staatliche Rettung von Guthaben jenseits von 100.000 Euro heute unwahrscheinlicher als vor und während der Finanzkrise sei. Denn mehr als 95 Prozent aller Bankkonten in Deutschland seien Guthabensalden von unter 100.000 Euro. Kommers Befürchtung: “Deswegen würde ein freiwilliger staatlicher Bailout der Minderheit der Konten oberhalb dieses Guthabensaldos wohl als eine (abermalige) Sozialisierung privater Verluste der „Reichen“ wahrgenommen werden.”

Was bei einem Bankenbeben wie 2008 von den Einlagen übrig bliebe, das steht in den Sternen. Aber sollten Anleger dieses Risiko blind eingehen? Nein! Denn es gibt eine einfache Lösung, um sein Geld relativ sicher zu parken: Geldmarktfonds!

Aber was steckt hinter diesem sperrigen Begriff? Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die in kurzfristige Schuldtitel (meist mit Laufzeiten von unter einem Jahr) investieren. Geldmarktfonds investieren dabei vor allem in Instrumente wie kurzlaufende Staatsanleihen. Zusätzlich können auch Termingelder und Schuldscheindarlehen aufgenommen werden.

Der Vorteil: Kurzlaufende Rentenpapiere reagieren in der Regel weniger stark darauf, wenn sich die Zinsen ändern (Das Zinsänderungsrisiko war übrigens genau jenes Problem, das der Silicon Valley Bank unter anderem zum Verhängnis wurde. Durch die stark steigenden Zinsen verloren nämlich die länger laufenden und schlechter verzinsten Anleihen massiv an Wert und die Buchverluste setzten die Bank unter Druck). Die Schwankungen bei Geldmarktfonds sind also normalerweise sehr gering und damit eignen sie sich, um Geld zu parken.

Ein weiterer Vorteil der Geldmarktfonds: Sie sind Sondervermögen und zählen im Falle einer Bankpleite nicht zur Konkursmasse, um die Pleite einer Bank musst Du dir also keine Sorgen machen. Was sind aber dann die Nachteile? Die Verzinsung der Geldmarktfonds fällt natürlich eher mau aus. Und es gibt auch Risiken: Denn du kannst im Ernstfall auch etwas Geld verlieren.

Ich habe auch Zinsänderungsrisiken (wenn auch sehr gering).

Ich habe auch ein Kreditrisiko, der Emittent eines Schuldtitels kann also seiner Zahlungsverpflichtung eventuell nicht nachkommen.

Deswegen bitte immer genau vorab prüfen, in was du investierst (Dazu bitte immer die Produktunterlagen wie Factsheet und “Wesentliche Anlegerinformationen” lesen). Das Risiko bei Geldmarktfonds minimieren die Fondsmanager natürlich, indem sie ihre Portfolios breit streuen über viele Emittenten. Aber leichte Verluste sind eben möglich – wie es beispielsweise während der Finanzkrise vorkam.

Die entscheidende Frage: Welchen Geldmarktfonds soll ich kaufen?

Im Folgenden findest Du Beispiele für Geldmarktfonds, es handelt sich dabei weder um Empfehlungen noch um eine Anlageberatung! Und Geldmarktfonds sollten eher nicht als langfristiges Investment betrachtet werden, da die Rendite-Erwartungen viel geringer sind als beispielsweise bei Aktien. Geldmarktfonds eignen sich also vielmehr als Vehikel, um Geld zu parken und dabei mögliche Risiken zu minimieren wie zum Beispiel bei Girokonten oder Tagesgeldern.

NameWKNlaufende KostenPerformance 1 JahrVolatilität 1 JahrFondsvolumen
Amundi Euro Liquidity ACCA0MR1E0,09%0,95%0,11%55,1 Mrd. €
Blackrock iShares Euro LiquidityA0DPJF0,15%0,71%0,09%42,5 Mrd. €
Lyxor Smart Overnight Return UCITS ETFLYX0WM0,05%2,61%0,10%1,63 Mrd. €
Xtrackers II EUR Overnight RateDBX0AN0,10%0,82%0,10%1,12 Mrd. €
iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETFA0Q4RZ0,13%–0,72%0,65%1,31 Mrd. €
Quellen: Comdirect, Emittenten